In Dividendenaktien investieren? 6 Kennzahlen, die jeder Anleger kennen muss!

29. August 2025

Kann eine einzige Zahl über den Erfolg deiner Geldanlage entscheiden?

Viele Einsteiger in die Dividendenstrategie tappen in dieselbe Falle – sie konzentrieren sich ausschließlich auf eine Kennzahl (meist die Dividendenrendite) und blenden den Gesamtkontext aus, den andere wichtige Finanzkennzahlen liefern.

Würdest du ein Haus kaufen, ohne das Fundament zu prüfen? Oder ein Gebrauchtwagen kaufen, ohne einen Blick unter die Motorhaube zu werfen? Wahrscheinlich nicht. Dennoch stecken viele Anleger Tausende von Euro in Dividendenaktien, ohne die grundlegenden Kennzahlen zu verstehen, die zeigen, ob die Ausschüttungen nachhaltig sind oder auf wackligen Beinen stehen.

Das halte ich für keine gute Idee – deshalb habe ich diesen Leitfaden geschrieben, um dir zu zeigen:

  • alle wichtigen Kennzahlen, die jeder Dividendenanleger kennen und anwenden sollte,
  • nicht nur, wie man sie berechnet, sondern wie man sie in verschiedenen Kontexten richtig interpretiert,
  • wie man sie in der Praxis einsetzt, um mehr aus seinen Investments herauszuholen.

Mein Ziel ist es, dich mit besseren Werkzeugen für Investitionsentscheidungen auszustatten – auf Basis von Analyse statt Bauchgefühl. Um die eingangs gestellte Frage zu beantworten: Keine Kennzahl garantiert Erfolg, aber das Verständnis dieser Indikatoren gibt dir einen soliden Ausgangspunkt und stärkt deine Anlagestrategie. Lass uns loslegen!

Bevor du in Dividendenaktien investierst – warum sind Dividendenkennzahlen so entscheidend?

Zahlen lügen nicht. Und auf dem emotionalen Auf und Ab der Aktienmärkte kann genau das dir unschätzbare Gelassenheit verschaffen. Denk daran: Wenn du Dividendenkennzahlen analysierst, untersuchst du die tatsächliche finanzielle Performance eines Unternehmens – keine Meinungen, keine Prognosen, kein Wunschdenken. Du schaust dir an:

  • Wie viel seines Gewinns ein Unternehmen ausschüttet,
  • Wie regelmäßig es diese Zahlungen erhöht hat,
  • Wie nachhaltig seine Dividendenpolitik erscheint.

Dieser datengetriebene Ansatz hilft dir, den Lärm auszublenden und dich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Völlig unterschiedliche Investments vergleichen

Eine der größten Herausforderungen beim Investieren ist der Äpfel-mit-Äpfeln-Vergleich. Wie entscheidest du dich zwischen:

  • Einem Technologieunternehmen, das eine Dividende von 1 % zahlt, diese aber jährlich um 15 % steigert,
  • Einem Versorgungsunternehmen mit einer stabilen Rendite von 4 % bei minimalem Wachstum,
  • Einem REIT mit 6 % Dividendenrendite, aber höherer Volatilität.

Nur ein Kennzahlenvergleich ermöglicht es dir, selbst so unterschiedliche Möglichkeiten zu bewerten. Anstatt zu raten, welche besser abschneiden könnte, vergleichst du Ausschüttungsquoten, Dividendenwachstumsraten und Dividendendeckung – und triffst eine fundiertere Entscheidung.

Doch die eigentliche Stärke der Dividendenstrategie zeigt sich über Jahrzehnte, nicht über Monate. Das Verständnis von Kennzahlen hilft dir, Unternehmen zu identifizieren, die Aktionären gegenüber Commitment zu Wertrückgaben zeigen – Unternehmen, die heute vielleicht nicht die höchste Rendite bieten, aber die finanzielle Stärke besitzen, ihre Dividenden langfristig deutlich zu steigern.

So kannst du ein Portfolio aufbauen, das:

  1. jetzt passives Einkommen generiert,
  2. vor Inflation schützt,
  3. deinen Lebensstandard im Ruhestand potenziell verbessert.

Dividendenrendite

Die grundlegendste und am weitesten verbreitete Kennzahl in der Dividendenstrategie. Sie ist oft die erste Zahl, die Anleger sich anschauen. Aber sollte sie die einzige sein?

Definition: Die Dividendenrendite drückt die jährliche Dividendenzahlung als Prozentsatz des aktuellen Aktienkurses aus. Vereinfacht gesagt zeigt sie dir, wie viel Bareinkommen du im Verhältnis zu deiner Investition erhältst.

Stell dir die Dividendenrendite als den „Zinssatz" deiner Aktienanlage vor. Wenn du 10.000 € in eine Aktie mit 4 % Dividendenrendite investierst, kannst du mit rund 400 € jährlichem Dividendeneinkommen rechnen (vor Abgeltungssteuer).

Formel:

Wenn ein Unternehmen beispielsweise 2 $ jährliche Dividende zahlt und die Aktie aktuell bei 50 $ notiert, gilt: Dividendenrendite = (2 $ / 50 $) × 100 % = 4 %

Die Dividendenrendite erfüllt mehrere wichtige Funktionen:

  • Schneller Vergleich des Einkommenspotenzials verschiedener Aktien
  • Benchmarking gegenüber anderen Einkommensanlagen wie Anleihen oder Festgeld
  • Screening-Tool zur Identifikation potenzieller Dividendenaktien
  • Einkommensplanung zur Einschätzung, wie viel Cashflow dein Portfolio generieren wird

Bei der Bewertung einer Dividendenaktie ist es wichtig, die Dividendenrendite stets im Zusammenhang mit anderen Kennzahlen zu betrachten.

Hohe Renditen richtig einordnen

Was eine „gute" Dividendenrendite ausmacht, hängt stark vom Kontext ab:

Niedrige Rendite (1–2 %)

  • Typisch für wachstumsorientierte Unternehmen, die einen Großteil der Gewinne reinvestieren
  • Kann auf ein hohes Dividendenwachstumspotenzial in der Zukunft hindeuten
  • Häufig in den Sektoren Technologie und Zyklische Konsumgüter anzutreffen
  • Geht oft mit niedrigeren Ausschüttungsquoten und soliden Bilanzen einher

Mittlere Rendite (2–4 %)

  • Bei reifen, stabilen Unternehmen mit ausgewogener Dividendenpolitik zu finden
  • Wird häufig von „Dividend Aristocrats" geboten – Unternehmen mit langer Dividendenwachstumshistorie
  • Verbreitet in den Sektoren Basiskonsumgüter, Gesundheit und Industrie
  • Gilt allgemein als nachhaltig und mit Wachstumspotenzial über die Zeit

Hohe Rendite (4–6 %)

  • Typisch für Unternehmen mit stabilen, gut planbaren Cashflows
  • Häufig bei Versorgern, im Bereich Telekommunikation und bei einigen Finanzunternehmen anzutreffen
  • Kann auf ein geringeres Kurssteigerungspotenzial hindeuten
  • Erfordert eine sorgfältige Analyse der Ausschüttungsnachhaltigkeit

Sehr hohe Rendite (über 6 %)

  • Kann ein Warnsignal sein – der Markt rechnet möglicherweise mit einer Dividendenkürzung
  • Verbreitet bei REITs, MLPs und anderen Sonderstrukturen, die verpflichtet sind, den Großteil ihrer Erträge auszuschütten
  • Kann auf unternehmensspezifische Probleme oder branchenweite Herausforderungen hindeuten
  • Erfordert gründliche Recherche vor der Investition!

Eine höhere Dividendenrendite ist nicht immer besser. Eine hohe Rendite kann mitunter auf Schwierigkeiten in der Zukunft hinweisen.

Beachte: Eine nachhaltige Rendite von 3 %, die jährlich um 7 % wächst, liefert nach 10 Jahren mehr Einkommen als eine statische Rendite von 6 % – und das in der Regel mit geringerem Risiko. Die besten Dividendeninvestments bieten oft eine solide Anfangsrendite mit stetigem Wachstum statt der aktuell höchsten Ausschüttung.

Dividenden-Ausschüttungsquote

Definition: Die Ausschüttungsquote zeigt, welcher Prozentsatz des Unternehmensgewinns als Dividende an die Aktionäre ausgezahlt wird.

Stell es dir wie dein Haushaltsbudget vor. Wenn du 30 % deines Einkommens für Wohnen ausgibst, ist das tragbar. Wer 90 % seines Einkommens fürs Wohnen aufwendet, hat ein Problem. Während die Rendite zeigt, was du heute bekommst, verrät die Ausschüttungsquote, ob diese Zahlungen langfristig Bestand haben können.

Formel:

Verdient ein Unternehmen beispielsweise 5 € pro Aktie und zahlt eine Dividende von 2 €, ergibt sich: Ausschüttungsquote = (2 € / 5 €) × 100 % = 40 %

Das bedeutet, das Unternehmen schüttet 40 % seiner Gewinne als Dividende aus. Ziemlich großzügig!

Verschiedene Ausschüttungsniveaus einordnen

Niedrige Ausschüttungsquote (unter 30 %)

  • Weist auf eine sehr konservative Dividendenpolitik hin
  • Deutet auf erhebliches Potenzial für künftige Dividendenerhöhungen hin
  • Häufig bei wachstumsorientierten Unternehmen und frühen Dividendenzahlern anzutreffen
  • Bietet einen erheblichen Puffer gegen Gewinnvolatilität

Eine niedrigere Quote bedeutet in der Regel, dass die Dividende gut abgesichert ist und Spielraum zum Wachsen hat.

Moderate Ausschüttungsquote (30–60 %)

  • Gilt für die meisten etablierten Unternehmen allgemein als nachhaltig
  • Bringt Aktionärsrenditen und Reinvestitionsbedarf in Einklang
  • Typisch für viele Blue-Chip-Dividendenaktien
  • Bietet angemessenen Schutz gegen vorübergehende Gewinnrückgänge

Hohe Ausschüttungsquote (60–80 %)

  • Geeignet für reife Unternehmen mit begrenzten Wachstumsmöglichkeiten
  • Verbreitet bei Versorgern, Telekommunikationsunternehmen und einigen Basiskonsumgüterherstellern
  • Wenig Spielraum für deutliches Dividendenwachstum, es sei denn, die Gewinne steigen
  • Anfälliger für Gewinnschwankungen

Sehr hohe Ausschüttungsquote (über 80 %)

  • Häufig nicht nachhaltig, es sei denn, das Geschäftsmodell ist außergewöhnlich stabil
  • Kann darauf hinweisen, dass das Unternehmen Dividenden über die finanzielle Flexibilität stellt
  • Warnsignal: Bei sinkenden Gewinnen könnten Dividendenkürzungen drohen
  • Erfordert eine gründliche Überprüfung und sorgfältige Beobachtung

Eine hohe Ausschüttungsquote kann darauf hinweisen, dass ein Unternehmen Schwierigkeiten hätte, seine Dividende bei sinkenden Gewinnen aufrechtzuerhalten.

Dividendendeckungsgrad (Cashflow-Kennzahl)

Definition: Der Dividendendeckungsgrad gibt an, wie oft ein Unternehmen seine aktuelle Dividende aus seinen Gewinnen zahlen könnte. Er ist im Wesentlichen eine Sicherheitskennzahl, die zeigt, welchen Puffer es zwischen dem gibt, was ein Unternehmen verdient, und dem, was es an die Aktionäre ausschüttet.

Stell dir das wie deinen Notgroschen vor. Wenn deine monatlichen Ausgaben 3.000 € betragen und du 9.000 € gespart hast, liegt dein Deckungsgrad bei 3x – genug, um drei Monate lang deine Ausgaben zu decken.

Formel:

Wenn ein Unternehmen beispielsweise 3,50 € pro Aktie verdient und eine Dividende von 1,00 € zahlt, ergibt sich: Dividendendeckungsgrad = 3,50 € / 1,00 € = 3,5x

Das bedeutet, das Unternehmen verdient 3,5-mal mehr, als es an Dividenden ausschüttet – ein erheblicher Sicherheitspuffer.

Je höher der Deckungsgrad, desto besser

Niedriger Deckungsgrad (unter 1,5x)

  • Weist auf wenig Sicherheitsspielraum bei Dividendenzahlungen hin
  • Jeder Gewinnrückgang könnte die Dividende gefährden
  • Signalisiert häufig eine nicht nachhaltige Dividende, die möglicherweise gekürzt wird
  • Erfordert außergewöhnliche Geschäftsstabilität, um vertretbar zu sein

Moderater Deckungsgrad (1,5x – 2,5x)

  • Bietet angemessenen Schutz gegen moderate Gewinnschwankungen
  • Gilt allgemein als ausreichend für stabile Unternehmen
  • Verbreitet bei reifen Unternehmen in defensiven Sektoren
  • Balanciert Aktionärsrenditen mit finanzieller Umsicht

Hoher Deckungsgrad (über 2,5x)

  • Weist auf erhebliche Dividendensicherheit hin
  • Viel Spielraum für Dividendenerhöhungen
  • Starker Schutz gegen wirtschaftliche Abschwünge
  • Kann auf eine übermäßig konservative Dividendenpolitik hindeuten

Dividendenwachstumsrate

Für langfristige Anleger ist oft wichtiger, wie schnell eine Dividende wächst, als wie hoch die aktuelle Rendite ist. Hier kommt die Dividendenwachstumsrate (DGR) ins Spiel.

Definition: Die DGR misst, wie schnell ein Unternehmen seine Dividendenzahlungen im Laufe der Zeit erhöht. Sie wird typischerweise als CAGR über einen bestimmten Zeitraum ausgedrückt.

Stell dir die DGR als die „Gehaltserhöhung" vor, die du jedes Jahr als Miteigentümer des Unternehmens erhältst. 

Formel:

Dabei ist n = Anzahl der Jahre im Betrachtungszeitraum

Beispiel: Wenn die Jahresdividende eines Unternehmens in 5 Jahren von 1,00 € auf 1,50 € gestiegen ist:

Das bedeutet, die Dividende ist in diesem Fünfjahreszeitraum mit einer jährlichen Wachstumsrate von 8,45 % gestiegen.

Verschiedene Wachstumsraten interpretieren

Geringes Wachstum (0–3 %)

  • Hält in etwa mit der historischen Inflation Schritt
  • Typisch für reife Unternehmen in wachstumsschwachen Branchen
  • Häufig begleitet von höheren aktuellen Renditen
  • Kann auf begrenzte Reinvestitionsmöglichkeiten oder finanzielle Einschränkungen hinweisen

Moderates Wachstum (3–7 %)

  • Übertrifft die Inflation und schafft reales Einkommenswachstum
  • Verbreitet bei etablierten Blue-Chip-Unternehmen
  • Ausgewogenes Verhältnis zwischen aktuellem Ertrag und zukünftigem Wachstum
  • Über lange Zeiträume tragbar, ohne die Unternehmensfinanzen zu belasten

Hohes Wachstum (7–15 %)

  • Deutliches Einkommenswachstum, das sich über die Zeit erheblich aufzinst
  • Häufig bei Unternehmen mit starken Wettbewerbsvorteilen zu finden
  • Geht meist mit niedrigeren aktuellen Renditen einher
  • Erfordert starkes Gewinnwachstum, um nachhaltig zu sein

Sehr hohes Wachstum (15 %+)

  • Außergewöhnliches Dividendenwachstum, das die Erträge deutlich steigert
  • Typischerweise nur über kürzere Zeiträume tragbar (3–5 Jahre)
  • Startet meist von einer niedrigen Ausgangsdividende
  • Erfordert außergewöhnliche Unternehmensleistung, um aufrechterhalten zu werden

Die Kraft eines kontinuierlichen Dividendenwachstums

Betrachte zwei Investitionen von je 10.000 € (ca. 10.000 $):

  • Unternehmen A: 5 % anfängliche Rendite mit 0 % Wachstum
  • Unternehmen B: 2 % anfängliche Rendite mit 10 % jährlichem Dividendenwachstum

Im ersten Jahr erzielt Unternehmen A 500 an Erträgen, während Unternehmen B nur 200 ausschüttet. Doch bis zum 10. Jahr zahlt Unternehmen A immer noch 500, während Unternehmen B bereits 518 ausschüttet. Im 20. Jahr zahlt Unternehmen B 1.345 $ jährlich – fast dreimal so viel wie Unternehmen A.

Dieses Beispiel verdeutlicht, warum Dividendenwachstums-Investoren häufig Unternehmen mit moderater Rendite und starken Wachstumsaussichten gegenüber solchen mit hoher aktueller Rendite, aber begrenztem Wachstumspotenzial bevorzugen.

Die Kontinuität der Dividendenerhöhungen ist enorm wichtig. Unternehmen mit einer langen Geschichte aufeinanderfolgender Dividendenerhöhungen (wie die „Dividend Kings" mit 50+ Jahren ununterbrochener Erhöhungen) beweisen außergewöhnliche finanzielle Stärke und das Bekenntnis des Managements, Wert an die Aktionäre zurückzugeben.

Bei der Bewertung der DGR solltest du stets Folgendes berücksichtigen:

  • Den gemessenen Zeitraum (3-, 5- und 10-Jahres-DGR liefern unterschiedliche Erkenntnisse)
  • Ob das Wachstum sich beschleunigt oder verlangsamt
  • Ob das Wachstum durch ein entsprechendes Gewinnwachstum gestützt wird
  • Wie das Wachstum im Vergleich zu Branchenpeers abschneidet
  • Die Dividendenhistorie eines Unternehmens über mehrere Konjunkturzyklen hinweg

Die Dividendenhistorie eines Unternehmens verrät mehr über die Prioritäten des Managements und die finanzielle Disziplin als fast jede andere Kennzahl.

Dividenden-Kapitalrendite

Definition: Die Dividenden-Kapitalrendite (Dividend ROI) berechnet den gesamten Cashertrag, den du durch Dividenden im Verhältnis zu deiner ursprünglichen Investition erzielt hast. Sie zeigt, wie viel von deinem eingesetzten Kapital bereits durch Dividenden zurückgeflossen ist.

Der Dividend ROI erfüllt mehrere Zwecke:

  • Verfolgung der Kapitalrückgewinnung – Zeigt, wie schnell du dein eingesetztes Kapital zurückerhältst
  • Ertragseffizienz im Portfolio – Identifiziert, welche Positionen im Verhältnis zur Investition den meisten Cashflow generieren
  • Validierung der langfristigen Performance – Bestätigt, ob Dividendenwachstumsstrategien wie erwartet liefern
  • Entscheidungshilfe bei der Wiederanlage – Hilft zu bestimmen, wann Erträge reinvestiert oder entnommen werden sollten

Formel:

Wenn du beispielsweise 10.000 $ in eine Aktie investiert hast und bisher 2.500 $ an Dividenden erhalten hast, gilt: Dividend ROI = (2.500 $ / 10.000 $) × 100 % = 25 %

Das bedeutet, du hast bereits 25 % deiner ursprünglichen Investition allein durch Dividendenerträge zurückerhalten.

Vergleich mit anderen Renditekennzahlen

Der Dividend ROI unterscheidet sich in wichtigen Punkten von anderen Renditemessungen:

vs. Gesamtrendite

  • Der Dividend ROI berücksichtigt ausschließlich Barzahlungen
  • Die Gesamtrendite umfasst sowohl Dividenden als auch Kurssteigerungen
  • Der Dividend ROI ist weniger volatil und besser planbar

vs. Rendite auf Einstandskosten

  • Dividend ROI ist kumulativ (alle bisher erhaltenen Dividenden)
  • Rendite auf Einstandskosten ist jährlich (aktuelle Dividende / ursprüngliche Kosten)
  • Beide steigen mit der Zeit, messen aber unterschiedliche Aspekte der Performance

vs. aktuelle Dividendenrendite

  • Dividend ROI spiegelt deine individuelle Investitionshistorie wider
  • Die aktuelle Dividendenrendite zeigt nur das heutige Einkommen im Verhältnis zum heutigen Kurs
  • Dividend ROI ist rückblickend, während die Dividendenrendite zukunftsorientiert ist

Die wahre Stärke des Dividend ROI zeigt sich bei langfristigen Positionen. Viele Dividendenwachstums-Investoren erreichen irgendwann einen „Crossover-Punkt", an dem die insgesamt erhaltenen Dividenden ihre ursprüngliche Investition übersteigen – sie besitzen die Aktien damit quasi „kostenlos" und erhalten weiterhin regelmäßige Einnahmen, ohne verkaufen zu müssen.

Das Tracken des Dividend ROI hilft außerdem, die Strategie zu validieren, und bietet psychologischen Rückhalt in turbulenten Marktphasen. Während Aktienkurse stark schwanken können, bestätigt die stetige Anhäufung von Dividendenzahlungen, dass die Strategie wie geplant funktioniert.

Beim Vergleich von Anlagemöglichkeiten solltest du den Dividend ROI immer in Verbindung mit dem Anlagehorizont betrachten. Ein Dividend ROI von 50 % über 3 Jahre ist beeindruckender als dieselbe Rendite über 10 Jahre. Für faire Vergleiche solltest du diese Kennzahl immer annualisieren.

Dividend ROI verdeutlicht auch den Wert eines frühen Einstiegs in Dividendenaktien. Dank des Zinseszins-Effekts wachsen anfangs noch bescheiden wirkende Dividenden mit der Zeit zu erheblichen Einkommensströmen heran, die deine ursprüngliche Investition schnell übertreffen können.

Total Return

Definition: Total Return (TR) misst den vollständigen finanziellen Vorteil, den du aus einer Geldanlage ziehst – er kombiniert sowohl Kurssteigerungen (oder -verluste) als auch alle erhaltenen Erträge. Stell dir den TR als dein „Gesamtergebnis" vor.

Formel:

Wenn du beispielsweise eine Aktie für 50 $ gekauft hast, sie jetzt 65 $ wert ist und du 10 $ an Dividenden erhalten hast, gilt: Total Return = (65 - 50 + 10) / 50 $ × 100 % = 50 %

Das bedeutet, deine Geldanlage ist um 50 % gewachsen, wenn du sowohl die Kurssteigerung als auch die Dividendenerträge berücksichtigst.

Dividendenaktien bewerten: Kennzahlen im Entscheidungsprozess kombinieren

Keine einzelne Dividendenkennzahl erzählt die ganze Geschichte. Die eigentliche Stärke liegt in einer umfassenden Analyse. Die wirksamste Analyse kombiniert Kennzahlen in einer logischen Reihenfolge:

  1. Mit Rendite und Wachstum beginnen – aktuelles Einkommen und Wachstumstrend ermitteln
  2. Nachhaltigkeit prüfen – Ausschüttungsquote und Coverage Ratio auf Sicherheit prüfen
  3. Historische Muster untersuchen – Kontinuität anhand von Dividendenhistorie und Wachstumsraten überprüfen
  4. Langfristigen Wert berechnen – DDM und Total-Return-Projektionen anwenden
  5. Alternativen vergleichen – Standardisierte Kennzahlen nutzen, um andere Möglichkeiten gegenüberzustellen

Zusammenfassung: ein starkes Dividenden-Portfolio aufbauen!

In diesem Leitfaden haben wir viel Boden abgedeckt – fassen wir alles zusammen:

  • Dividendenrendite zeigt das aktuelle Einkommenspotenzial, kann aber isoliert betrachtet irreführend sein
  • Ausschüttungsquote gibt Aufschluss über Nachhaltigkeit und Sicherheit der Dividende
  • Coverage Ratio bietet eine weitere Perspektive auf die Dividendensicherheit
  • Dividendenwachstumsrate zeigt das langfristige Einkommenspotenzial
  • Dividenden-ROI misst die tatsächlichen Erträge im Verhältnis zum eingesetzten Kapital
  • Gesamtrendite liefert das vollständige Performance-Bild

Die wichtigste Erkenntnis? Keine einzelne Kennzahl erzählt die ganze Geschichte. Die eigentliche Stärke entfaltet sich, wenn du mehrere Kennzahlen zu einem kohärenten Analyserahmen zusammenführst, der zu deinen Anlagezielen passt.

Mit Capitally die Performance deiner Dividendenstrategie tracken!

Jetzt, wo du diese wichtigen Dividendenkennzahlen verstehst, ist es Zeit, dieses Wissen in die Praxis umzusetzen:

  1. Recherchiere potenzielle Dividendenaktien mithilfe spezialisierter Screening-Tools und Fundamentalanalyse-Ressourcen
  2. Nutze Capitally, um verschiedene Dividenden-Portfolios zu backtesten – lege separate Konten an und vergleiche, wie unterschiedliche Aktiengruppen über 10–20 Jahre abgeschnitten hätten
  3. Analysiere dein tatsächliches Dividenden-Portfolio in Capitally, um zu prüfen, ob deine Strategie die Erwartungen erfüllt – verfolge reale Renditen, Dividendenzahlungstermine und Wiederanlagemöglichkeiten
  4. Beobachte, wie deine Dividendenstrategie im Vergleich zu Benchmarks wie dem S&P 500 Total Return abschneidet

Die anfängliche Aktienrecherche findet zwar außerhalb von Capitally statt (mithilfe von Screenern, Foren und anderen Quellen), aber du kannst unser Tool nutzen, um die tatsächliche Performance deiner Dividendenstrategie zu tracken. So erkennst du, ob deine sorgfältig ausgewählten Dividendenaktien gemeinsam die erwarteten Renditen und die angestrebte Einkommensstabilität liefern.

Viel Erfolg bei deinen Investments!