getquin vs. Capitally: Vergleich zweier Portfolio-Tracker für europäische Anleger

20. Juli 2025

Investieren ist vielfältiger und anspruchsvoller denn je – besonders in Europa, wo Portfolios häufig mehrere Länder, Broker und Währungen umfassen. Wer sein Vermögen effizient trackt, die Performance analysiert und dabei auf Datenschutz achtet, kann damit erheblichen Einfluss auf seine finanzielle Situation nehmen.

Dieser Vergleich stellt zwei grundlegend unterschiedliche Ansätze im Portfolio-Management gegenüber: getquin, die 2015 gegründete deutsche Social-Investing-Plattform, und Capitally, den datenschutzorientierten Vermögens-Tracker, der 2023 auf den Markt kam. Beide richten sich an europäische Anleger, verfolgen dabei aber grundlegend verschiedene Philosophien – beim Umgang mit Finanzdaten ebenso wie beim Anspruch an die Analysetiefe.

Warum Portfolio-Tracker wichtig sind

Die Zeiten, in denen man sich mit Excel-Tabellen oder den einfachen Dashboards seines Brokers begnügt hat, sind vorbei. Moderne Anleger brauchen leistungsfähige Portfolio-Analyse-Tools, um Performance, Einkommensströme und Diversifikation wirklich zu verstehen. Wer Depots in verschiedenen Ländern, Positionen in unterschiedlichen Regionen und Assetklassen sowie komplexe steuerliche Anforderungen managt, für den ist die Wahl des richtigen Vermögens-Trackers entscheidend.

getquin: Social Investing trifft Portfolio-Tracking

Screenshot eines Finanz-Dashboards mit Portfolio-Wert, Performance-Diagramm, Asset-Allokation und einer Übersicht der Investmentpositionen.

getquin hat sich einen Namen damit gemacht, Portfolio-Tracking mit Social-Networking-Funktionen zu verbinden und eine Community aufzubauen, in der über 500.000 Anleger Ideen und Strategien teilen. Die Plattform ist in Deutschland beheimatet, seit 2015 aktiv und hat es sich zum Ziel gesetzt, Investieren durch soziale Portfolio-Verwaltung zugänglicher zu machen.

Was getquin als Aktien-Tracker gut macht

Der größte Vorteil der Plattform liegt in ihrer Automatisierung und dem unkomplizierten Einstieg. Über Drittanbieter-Aggregatoren kann getquin automatisch mit verschiedenen europäischen und US-amerikanischen Brokern synchronisieren, Transaktionen importieren und Salden aktualisieren – ganz ohne manuellen Aufwand.

Echtzeit-Kursabfragen halten deinen Portfoliowert den ganzen Handelstag über aktuell, auch im kostenlosen Tarif verfügbar. Die mobilen Apps für iOS und Android sind ausgereift und reaktionsschnell, sodass du deine Investments jederzeit unterwegs im Blick hast. Für Dividendeninvestoren trackt getquin automatisch Erträge aus verknüpften Depots und liefert Standardkennzahlen wie Dividendenrendite, Rendite auf Einstandskosten und Dividendenwachstumsprognosen.

Für jedes börsengehandelte Asset – egal ob du es besitzt oder nicht – kannst du die Fundamentaldaten, Kursentwicklung, Dividendenzahlungen und relevante Ertragskennzahlen einsehen. Das macht getquin zu einem nützlichen Aktienscreener für den Aufbau eines Dividendenportfolios. Die Plattform lässt sich problemlos als leistungsfähiger Dividenden-Trackernutzen.

Der Aspekt der sozialen Investment-Community schafft echten Mehrwert, vor allem für Einsteiger. Du kannst anderen Anlegern folgen, deren Portfolio-Allokationen einsehen (sofern sie diese teilen) und an Diskussionen über Markttrends und einzelne Wertpapiere teilnehmen. Dieser Community-Ansatz hilft dabei, Investieren greifbarer zu machen, und bietet einen Lernwert, der über reines Portfolio-Tracking hinausgeht.

Wo getquin als Investment-Tracker an seine Grenzen stößt

Die Schwächen von getquin zeigen sich jedoch schnell, sobald das Portfolio über einfache Aktien und ETFs hinausgeht. Die auffälligste Einschränkung betrifft den Datenimport: Wenn dein Broker nicht über einen der Aggregatoren unterstützt wird, musst du Transaktionen manuell eingeben, eine nach der anderen. Einen CSV-Import gibt es nicht, was die Migration historischer Daten oder das Tracking von Depots bei nicht unterstützten Instituten unpraktikabel macht.

Bei vielen Brokern werden nur aktuelle Salden importiert, was historische Renditeberechnungen schlicht unzuverlässig macht. Die Plattform konzentriert sich deutlich auf das Hier und Jetzt – historische Analysen sind kaum möglich, da die meisten Charts den aktuellen Zustand deines Portfolios abbilden. Die Performance-Analyse beschränkt sich auf vordefinierte Berichte, die sich weder anpassen, filtern noch nach eigenen Bedürfnissen gruppieren lassen. Grundlegende Kennzahlen für das Gesamtportfolio oder einzelne Positionen sind einsehbar, aber ein Vergleich der Performance verschiedener Segmente oder Zeiträume ist nicht möglich.

Das Tracking benutzerdefinierter Assets wirkt wie ein Nachgedanke. Zwar lassen sich Immobilien, Kunst oder P2P-Darlehen hinzufügen, aber den aktuellen Wert kann man nur manuell aktualisieren – historische Bewertungsverläufe lassen sich nicht importieren. Diese benutzerdefinierten Assets fließen nicht in die Diversifikationsanalyse ein und haben keine eigenen Ansichten; sie werden gegenüber börsengehandelten Wertpapieren klar benachteiligt.

Die Plattform bietet keine Möglichkeit, Verbindlichkeiten zu tracken, sodass ein vollständiges Bild deiner Finanzen unmöglich ist, wenn du Hypotheken, Margin-Konten oder andere Schulden hast.

Steuerliche Funktionen fehlen vollständig – keine Anschaffungskostenverfolgung, keine Berechnung von Kursgewinnen, keine Steuerberichte. Anleger, die eine Steuererklärung erstellen oder spezifische Methoden wie die Durchschnittlichen Anschaffungskosten nutzen müssen, kommen mit getquin nicht weit. Nutzer berichten zudem regelmäßig von Transaktionsabweichungen bei der automatischen Synchronisierung, die eine manuelle Kontrolle erfordern – und damit den Sinn der Automatisierung unterlaufen.

Besonders bedenklich ist, dass die automatische Synchronisierung in vielen Fällen die Weitergabe deiner Broker-Zugangsdaten an Drittanbieter-Aggregatoren erfordert. Dem lässt sich kaum ausweichen, da die manuelle Eingabe von Transaktionen schlicht nicht praktikabel ist. Deine Finanzdaten liegen auf deren Servern, werden von deren Systemen verarbeitet und sind damit potenziell anfällig für Datenpannen. Eine Zwei-Faktor-Authentifizierung wird nicht unterstützt, und überraschenderweise gibt es keine Möglichkeit, die eigenen Daten zu exportieren.

Am besten geeignet für

getquin eignet sich am besten für Gelegenheitsanleger mit einfachen Portfolios bei unterstützten Brokern, die Community-Einblicke einer umfassenden Analyse vorziehen. Wer bereit ist, Finanzdaten mit Aggregatoren zu teilen, und hauptsächlich ein einfaches Tracking mit sozialen Funktionen sucht, für den kann sogar der kostenlose Tarif von getquin ausreichen.

Capitally: Datenschutzorientiertes, umfassendes Vermögens-Tracking

Dashboard mit Portfolio-Performance, Renditen, Vermögensänderungen und Vergleich mit dem S&P 500 sowie detaillierten Wachstumsdiagrammen.

Capitally verfolgt einen grundlegend anderen Ansatz im Portfolio-Management. Das 2023 gegründete Unternehmen hat eine Plattform aufgebaut, die Datenschutz, analytische Tiefe und die Flexibilität zur Abbildung jeder Assetklasse und Anlagestrategie in den Mittelpunkt stellt. Die Plattform erfordert zwar etwas mehr aktive Verwaltung, liefert dafür aber Funktionen, die anspruchsvollere Anleger wirklich brauchen – und das unabhängig von der Portfoliogröße.

Kernstärken

Die Plattform glänzt bei der Verwaltung komplexer, realer Portfolios. Neben Aktien und ETFs kannst du Immobilien mit Mieteinnahmen, Private Equity, Kunstsammlungen, P2P-Kredite oder beliebige individuelle Assets mit vollständigen historischen Performance-Daten tracken. Verbindlichkeiten werden erstklassig behandelt: Verfolge Hypotheken mit Zinszahlungen, Margin-Konten und Short-Positionen. Das System erkennt automatisch, wenn Assets zu Verbindlichkeiten werden, sobald die Mengen negativ werden.

Multi-Währungs-Unterstützung geht weit über eine einfache Umrechnung hinaus. Capitally trennt Kapitalrenditen von der Währungsrendite und zeigt dir genau, wie Wechselkursbewegungen dein Portfolio beeinflussen. Für europäische Anleger mit USD-Assets oder britische Anleger mit EUR-Positionen ist dieses Aufschlüsselung entscheidend, um fundierte Entscheidungen zu treffen.

Das Import-System beweist bemerkenswerte Flexibilität. Durch Spaltenabgleich und individuelle Logik kannst du Daten aus beliebigen CSV- oder Excel-Dateien importieren und sogar wiederverwendbare Importer für regelmäßige Updates erstellen. Beim Import von unterstützten Brokern siehst du genau, was angelegt wird, und kannst Asset-Zuordnungen oder Kontozuweisungen anpassen. Wenn etwas schiefläuft, stellt ein Ein-Klick-Rückgängig alle deine Entscheidungen für den nächsten Versuch wieder her.

Die Performance-Analyse reicht an professionelle Tools heran. Erstelle individuelle Charts als Linien-, Balken-, Heatmap- oder Volatilitätsdarstellung. Filtere Positionen mit komplexer Logik, gruppiere Ergebnisse nach beliebigen Dimensionen und vergleiche Kennzahlen über selbst definierte Zeiträume. Die Plattform berechnet institutionelle Kennzahlen wie den geldgewichteten Return (MWR), den zeitgewichteten Return (TWR) – und diese lassen sich weiter anpassen.

Steuerunterstützung umfasst Kursgewinn-Berechnungen mit mehreren Anschaffungskostenmethoden: FIFO, LIFO, HICO, LOCO und Durchschnittliche Anschaffungskosten (ACB). Die Plattform erkennt Chancen zur Verlustrealisierung und erstellt Berichte, die für Steuerberater geeignet sind.

Das herausragende Merkmal von Capitally ist die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mit lokaler Datenverarbeitung auf deinem Gerät. Deine Finanzdaten werden verschlüsselt , und zwar mit einem privaten Schlüssel, der aus deinem Passwort abgeleitet wird und dein Gerät niemals verlässt. Selbst die Systeme von Capitally haben keinen Zugriff auf deine Daten, und alle Berechnungen erfolgen lokal. Für vermögende Anleger oder alle, denen finanzielle Privatsphäre wichtig ist, bietet diese Architektur eine zusätzliche Sicherheitsebene, die keine andere Plattform erreicht.

Abwägungen, die du kennen solltest

Der manuelle Import ist für Nutzer automatisierter Plattformen die größte Umstellung. Du musst regelmäßig Kontoauszüge von deinen Brokern exportieren und hochladen. Das gewährleistet zwar Genauigkeit und einen zuverlässigen Prüfpfad, erfordert aber mehr Aufwand als eine automatische Synchronisierung.

Als neuere Plattform, die 2023 gegründet wurde, hat Capitally eine kleinere Nutzerbasis und keine Community-Funktionen. Die Lernkurve für fortgeschrittene Funktionen kann steil sein, obwohl die Benutzeroberfläche zum Erkunden einlädt. Es gibt keine kostenlose Version außer der 14-tägigen Testphase; die Jahresabos liegen zwischen 80 € und 130 €.

Ideal für

Capitally eignet sich für datenschutzbewusste Anleger mit komplexen Portfolios, die mehrere Anlageklassen, Währungen und Konten umfassen. Vermögende Personen, die alternative Investments tracken, Anleger mit Währungskomplexität und alle, die institutionelle Analyse bei vollständiger Datenkontrolle suchen, werden Capitally als lohnende Investition erleben.

Direkter Vergleich: Die entscheidenden Funktionen

Datenimport und Broker-Integration

Die grundlegende Philosophie dieser Plattformen wird bei der Herangehensweise an den Datenimport am deutlichsten.

getquin setzt auf Komfort durch automatische Synchronisierung und verbindet sich über Aggregatoren wie Plaid oder Yodlee mit Brokern wie ING oder comdirect. Das ermöglicht Echtzeit-Updates mit minimalem manuellem Aufwand – allerdings zu einem erheblichen Preis: Du musst Bankzugangsdaten mit Dritten teilen, die Transaktionsdetails des Aggregators akzeptieren und mit Synchronisierungsfehlern umgehen, über die Nutzer regelmäßig berichten.

Capitally verfolgt den entgegengesetzten Ansatz und setzt auf manuellen Export und Import von Broker-Auszügen. Das bringt mehrere Vorteile: vollständige Transaktionsdetails inklusive Lot-Daten für steuerliche Zwecke, perfekte Übereinstimmung mit den Aufzeichnungen deines Brokers und volle Datenkontrolle, da Zugangsdaten dein Gerät nie verlassen. Das ausgeklügelte Import-System mit Spaltenabgleich und gespeicherten Vorlagen macht folgende Importe schnell und unkompliziert.

Asset-Abdeckung und Portfolio-Komplexität

Screenshot der Netflix-Aktienübersicht auf getquin mit aktuellem Preis, historischem Diagramm, Finanzdaten, Analystenbewertungen und wichtigen Kennzahlen.getquin Einzelansicht eines Assets

Beide Plattformen verarbeiten standard-Wertpapiere gut, unterscheiden sich aber deutlich, sobald das Portfolio alternative Assets enthält.

getquin ermöglicht zwar das Hinzufügen individueller Assets wie Immobilien oder Kunst, doch die Umsetzung ist grundlegend: Du kannst aktuelle Werte nur manuell aktualisieren, diese Assets fließen nicht in die Diversifikationsanalyse ein, und zugehörige Einnahmen oder Ausgaben lassen sich nicht umfassend nachverfolgen.

Capitally behandelt jeden Vermögenswerttyp gleichberechtigt. Verfolge Mietobjekte mit monatlichen Einnahmen, Instandhaltungskosten und Hypothekenzahlungen. Beobachte P2P-Kreditportfolios mit Zinseingängen und Ausfällen. Kunstsammlungen können Kaufpreise, Versicherungskosten und Wertsteigerungsverläufe umfassen. Jedes individuelle Asset fließt in die Portfolio-Analyse ein, erscheint in Performance-Charts und lässt sich wie jede andere Position taggen und kategorisieren.

Funktionen zur Performance-Analyse

Finanz-Dashboard mit Portfolio-Erträgen, Renditen, Gebühren und einem Balkendiagramm, das die jährlichen Erträge nach Asset-Kategorien von 2017 bis 2026 vergleicht.Zukünftige Einkommensanalyse in Capitally

getquin bietet vordefinierte Berichte mit grundlegenden Kennzahlen: aktueller Wert, Anschaffungskosten, einfache Renditen in Prozent und einfache Allokations-Charts. Diese Berichte lassen sich weder anpassen noch filtern oder auf andere Zeiträume umstellen. Du siehst, was getquin dir zeigen möchte – nicht mehr. Anders sieht es beim Asset-Screeningaus, wo du die Fundamentaldaten für jede gewünschte Aktie oder jeden ETF einsehen kannst.

Der Portfolio-Explorer von Capitally funktioniert wie eine Kombination aus Pivot-Tabelle und Charting-Engine. Wähle aus Dutzenden verfügbarer Kennzahlen, gruppiere nach mehreren Dimensionen gleichzeitig, wende komplexe Filter an und visualisiere Ergebnisse in verschiedenen Diagrammtypen. Du möchtest sehen, wie deine europäischen Small Caps Substanzwerte im Vergleich zu US-amerikanischen Large Caps Wachstum-Positionen in den letzten 18 Monaten abgeschnitten haben – ohne bereits verkaufte Positionen? In Capitally sind das ein paar Klicks; in getquin schlicht nicht möglich.

Die Plattform berechnet institutionelle Kennzahlen, die ernsthafte Anleger benötigen. Die geldgewichtete Rendite berücksichtigt den Zeitpunkt deiner Cashflows, die zeitgewichtete Rendite eliminiert den Einfluss von Ein- und Auszahlungen, und die Rendite auf Einstandskosten zeigt dein Einkommen im Verhältnis zur ursprünglichen Investition. All diese Berechnungen schließen Gebühren, Steuern und Währungseinflüsse ein, die du selbst festlegen kannst.

Datenschutz und Sicherheit: Ein entscheidender Unterschied

getquin setzt auf branchenübliche Sicherheitspraktiken mit HTTPS-Verschlüsselung und abgesicherten Servern. Allerdings liegen deine unverschlüsselten Finanzdaten auf deren Servern – einsehbar für Mitarbeiter und potenziell anfällig für Datenpannen. Die Social-Features animieren dazu, Portfoliodaten öffentlich zu teilen. Ohne Zwei-Faktor-Authentifizierung oder Datenexport-Möglichkeit bist du vollständig auf den weiteren Betrieb und die Sicherheit von getquin angewiesen.

Die Architektur von Capitally beseitigt diese Bedenken vollständig. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung findet auf deinem Gerät statt, mit Schlüsseln, die aus deinem Passwort abgeleitet werden. Das Unternehmen kann buchstäblich nicht auf deine Finanzdaten zugreifen – weder auf behördliche Anordnung noch bei einem Hackerangriff. Regelmäßige Datenexport-Optionen stellen sicher, dass du jederzeit die Kontrolle und das Eigentum an deinen Finanzdaten behältst.

Multi-Währungs-Portfolio-Management

Europäische Anleger haben es regelmäßig mit mehreren Währungen zu tun: Euro für lokale Investments, Dollar für US-Tech-Aktien, Pfund für britische Dividenden und Schweizer Franken für stabile Positionen.

getquin löst das durch eine einfache Konvertierung in deine Basiswährung und zeigt die Gesamtrendite, ohne Währungseinflüsse aufzuschlüsseln.

Capitallyverfolgt einen ausgefeilteren Ansatz und trennt bei jeder Berechnung Kapitalrenditen von der Währungsrendite. Hat deine US-Aktie in Dollar 10 % zugelegt, der Euro aber gegenüber dem Dollar um 5 % aufgewertet, siehst du beide Komponenten klar getrennt. Du kannst die Anzeigewährung sofort wechseln oder dein Portfolio in jeder unterstützten Währung analysieren, um dein geografisches Exposure zu verstehen.

Preise und Vergleich des Mehrwerts

Die Preise von getquin wirken auf den ersten Blick attraktiv: ein kostenloser Tarif für das Basis-Tracking und 49,99 € jährlich für Premium-Funktionen wie Diversifikationsanalyse und vorrangigen Support. Allerdings schmälern die Einschränkungen des kostenlosen Tarifs und die fehlenden Funktionen des Premium-Tarifs (kein CSV-Import, keine Steuerunterstützung, keine individuellen Asset-Analysen) den Wert für anspruchsvollere Anleger erheblich.

Die Preise von Capitally spiegeln den umfassenden Funktionsumfang wider: 80 € jährlich für den Sailor-Plan (ein Projekt, 50 Assets, 25 Jahre History) oder 130 € für Navigator (fünf Projekte, unbegrenzte Assets, 30+ Jahre History). Beide Tarife enthalten alle Funktionen ohne künstliche Beschränkungen. Die 14-tägige Testphase erfordert keine Kreditkarte – du kannst alles in Ruhe ausprobieren, bevor du dich festlegst.

Denk über den Preis hinaus. Wenn Capitallyss Steuerreporting eine Stunde Steuerberaterzeit einspart oder die Analyse hilft, die Allokation für 0,5 % mehr Rendite zu optimieren, amortisiert es sich von selbst. Der Datenschutz und die umfassenden Tracking-Möglichkeiten machen es für jeden, der ein nennenswertes Vermögen verwaltet, zum echten Schnäppchen.

Deine Entscheidung treffen: Die richtigen Fragen stellen

Zu deinem Portfolio

Beginne mit einer Einschätzung der Komplexität. Hast du Assets jenseits von Aktien und ETFs? Mehrere Broker oder Depots? Investments in verschiedenen Währungen? Alternativen wie Immobilien oder P2P-Kredite? Je komplexer deine Positionen, desto mehr spielt Capitallyss Flexibilität ihre Stärken aus.

Bedenke auch dein Transaktionsvolumen und deine Historie. Aktive Trader bevorzugen vielleicht getquins Automatisierung, trotz Bedenken bei der Genauigkeit. Langfristige Anleger profitieren von Capitallyss präzisem historischen Tracking und der Steuerlot-Verwaltung. Wer Belege für das Finanzamt benötigt, kommt nur mit Capitally an prüfungstaugliche Daten.

Zu deinen Prioritäten

Steuerliche Anforderungen spielen eine Rolle, wenn du ein genaues Tracking der Kursgewinne brauchst. getquin bietet keine Steuerfunktionen, während Capitally mehrere Anschaffungskostenmethoden unterstützt, darunter die Durchschnittlichen Anschaffungskosten. Auch Datenschutzbedenken sollten die Wahl der Plattform beeinflussen. Wer ungern Broker-Zugangsdaten an Drittanbieter weitergibt oder Finanzdaten auf Unternehmensservern hat, für den ist Capitallyss Verschlüsselung unverzichtbar. Öffentliche Persönlichkeiten, wohlhabende Anleger oder einfach datenschutzbewusste Investoren sollten das besonders gewichten.

Analytische Anforderungen sind ebenso entscheidend. Einfache Buy-and-hold-Anleger kommen mit getquin vielleicht aus. Wer jedoch die Asset-Allokation optimiert, Performance-Treiber analysiert oder komplexe Strategien verwaltet, braucht Capitallyss fortgeschrittene Tools. Die Möglichkeit, eigene Ansichten und Analysen zu erstellen, wird wertvoller, je mehr Vermögen du aufbaust.

Fazit: Das richtige Tool für deine Geldanlage

Beide Plattformen erfüllen ihren Zweck, richten sich aber an grundlegend verschiedene Anleger.

getquin eignet sich für Gelegenheitsanleger, die ein einfaches Tracking mit Social-Features suchen und begrenzte Analysemöglichkeiten sowie Datenschutz-Kompromisse für mehr Komfort akzeptieren. Der kostenlose Tarif und die automatische Synchronisierung sprechen all jene an, die einfache Bedürfnisse und unterstützte Broker haben. Auch wer seinen Aktienbestand erst aufbaut und keine historischen Details braucht, sondern nur aktuelle Fundamentaldaten – die Capitally nicht bietet –, ist bei getquin gut aufgehoben.

Capitally ist die überlegene Wahl für langfristige Anleger, denen Datenschutz wichtig ist, die umfassende Analysen benötigen und vielfältige Portfolios jenseits einfacher Wertpapiere verwalten. Obwohl manuelle Importe erforderlich sind, liefert die Plattform professionelle Funktionen, die mit deinem Vermögen mitwachsen. Dabei schützt sie deine Privatsphäre und gibt dir die Tools an die Hand, dein gesamtes Finanzbild zu verstehen und zu optimieren.

Für europäische Anleger, die mit mehreren Währungen jonglieren, alternative Assets tracken oder einfach institutionelle Analysequalität ohne institutionelle Kosten wollen, steht Capitally für die Zukunft des Portfolio-Trackings: umfassend, privat und leistungsstark. Die überschaubare Jahresgebühr amortisiert sich mehrfach durch bessere Investmententscheidungen und eingesparte Kosten für professionelle Dienstleistungen.

Am besten: Beide nutzen!

Für ernsthafte Anleger, die das Beste aus beiden Welten wollen, bietet die Kombination aus getquin und Capitally eine leistungsstarke Ergänzung, die verschiedene Phasen deiner Geldanlage abdeckt.

getquin glänzt am Anfang des Investmentprozesses: Chancen entdecken, Fundamentaldaten recherchieren und Marktstimmungen einfangen. Die Social-Features bringen Investmentideen ans Licht, die du sonst vielleicht verpasst hättest, während Community-Diskussionen verschiedene Perspektiven auf Markttrends liefern. Die Aktienfundamentaldaten der Plattform helfen bei der Bewertung potenzieller Investments, und das Echtzeit-Kurs-Tracking hält dich nah am Marktgeschehen. Denk an getquin als deinen Research-Assistenten und Marktpuls-Monitor.

Capitally übernimmt die Rückseite: umfassendes Tracking, Performance-Analyse und Vermögensoptimierung. Sobald du Investmententscheidungen getroffen hast, liefert Capitally die analytische Kraft, um zu verstehen, was funktioniert, deine Allokation zu optimieren und dich auf die Steuererklärung vorzubereiten. Die Privacy-first-Architektur stellt sicher, dass dein eigentliches Portfolio vertraulich bleibt, während du gleichzeitig von getquins öffentlichem Research-Umfeld profitierst.

Dieser duale Ansatz funktioniert besonders gut für wachstumsorientierte Anleger, die aktiv neue Positionen recherchieren, aber für bestehende Positionen ein institutionelles Tracking wünschen. Du könntest getquins kostenlosen Tarif nutzen, um Marktdiskussionen zu verfolgen und potenzielle Investments zu screenen, und deine tatsächlichen Transaktionen dann für die ernsthafte Analyse in Capitally importieren.

Häufig gestellte Fragen

Ist getquin sicher?

getquin setzt auf gängige Sicherheitsmaßnahmen wie verschlüsselte Verbindungen und abgesicherte Server. Es gibt mehrere Schutzebenen für deine Daten. Was „sicher" bedeutet, hängt jedoch von deiner Definition ab. Deine Finanzdaten liegen unverschlüsselt auf deren Servern, da das Unternehmen Berechnungen darauf durchführen muss. Damit sind sie für Mitarbeiter einsehbar und potenziell anfällig für Datenpannen – und es gab schon größere Unternehmen, die davon betroffen waren. Die automatische Synchronisierung erfordert, dass du Broker-Zugangsdaten an Drittanbieter weitergibst, was ein weiteres Sicherheits- und Datenschutzrisiko darstellt. Auch wenn Tausende getquin ohne Probleme nutzen, könnten datenschutzbewusste Anleger diese Kompromisse als inakzeptabel empfinden.

Kann ich von getquin zu Capitally wechseln?

Ein Wechsel ist theoretisch möglich, in der Praxis aber aufwendig. getquin bietet keine Datenexport-Funktion, d. h. du kannst deine Transaktion Historie oder Portfoliodaten nicht herunterladen. Einfacher ist es, die Transaktionshistorie direkt aus den originalen Broker-Abrechnungen zu importieren. Diese Einschränkung zeigt, warum die Wahl einer Plattform, die Dateneigentum respektiert, so wichtig ist: Capitally erlaubt jederzeit einen vollständigen Datenexport und stellt sicher, dass du nie eingesperrt bist.

Was passiert, wenn eines der Unternehmen den Betrieb einstellt?

Bei getquin bedeutet eine Abschaltung des Dienstes, dass du den Zugriff auf deine Daten verlierst, da es keine Exportfunktion gibt. Deine einzige Möglichkeit wäre, die aktuellen Positionen vor der Abschaltung manuell zu notieren. Die Architektur von Capitally bietet besseren Schutz: Regelmäßige Daten-Exporte sorgen dafür, dass du immer Backups hast, während die Offline-Funktionalität den Zugriff auch dann gewährleistet, wenn die Server nicht mehr verfügbar sind. Die offenen Import- und Exportformate von Capitally stellen sicher, dass deine Daten auch in Excel, Google Sheets oder anderen Tools weiterhin nutzbar bleiben.