Capitally vs. Snowball Analytics: Vergleich und Review

20. Juli 2025

Je größer dein Investment-Portfolio wird, desto komplexer wird das Tracking. Was mit ein paar Aktien in einem einzigen Depot beginnt, kann sich schnell zu einem Mix aus ETFs, internationalen Aktien, Kryptowährungen und vielleicht sogar alternativen Assets wie Immobilien oder Private Equity entwickeln. Die einfache Excel-Tabelle, die früher prima funktioniert hat, fühlt sich jetzt wie eine lästige Pflicht an.

Genau hier kommen moderne Portfolio-Tracker ins Spiel. Heute vergleichen wir zwei europäische Lösungen, die dieses Problem lösen sollen: Snowball Analytics und Capitally. Beide wollen dir einen vollständigen Überblick über deine Geldanlage verschaffen, verfolgen dabei aber grundlegend unterschiedliche Ansätze – vor allem in Bezug auf Datenschutz und die Art der unterstützten Assets.

Dashboard eines Demo-Investmentportfolios mit Gesamtwert, Gewinnen, Wachstumsrate, passivem Einkommen und einer Aufteilung nach Vermögenswerttypen.Snowball-DashboardDashboard mit Portfolio-Performance, Renditen, Vermögensänderungen und Vergleich mit dem S&P 500 sowie detaillierten Wachstumsdiagrammen.Capitally-Dashboard

Kurzüberblick: Zwei Ansätze für das Portfolio-Tracking

Snowball Analytics setzt auf Automatisierung. Verbinde deine Konten über den Partner Yodlee, und Transaktionen werden automatisch importiert. Das „einmal einrichten und vergessen"-Prinzip funktioniert gut, wenn deine Assets bei gängigen Brokern und Banken liegen.

Capitallyhingegen lässt dich das Steuer selbst in die Hand nehmen. Keine automatischen Verbindungen – stattdessen lädst du deine Depot-Kontoauszüge manuell hoch. Anfangs mehr Aufwand? Ja. Aber dieser Ansatz bringt unerwartete Vorteile, besonders für Anleger mit komplexen Portfolios und einem Auge auf den Datenschutz.

Hier ist ein umfassender Vergleich, der dir die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick zeigt:

Funktion

Snowball Analytics

Capitally

Datenimport

Automatisiert via Yodlee + manueller CSV-Import

Manueller Import von 40+ Brokern + individuelle Importfunktionen

Datenschutz

Standard-Verschlüsselung, Daten auf Servern

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, Verarbeitung auf dem Gerät

Vermögenswerttypen

Aktien, ETFs, Krypto, Anleihen, eingeschränkte individuelle Assets

Alle traditionellen + Immobilien, Private Equity, Kunst, P2P-Darlehen, beliebige individuelle Assets

Verbindlichkeiten-Tracking

Nicht unterstützt

Vollständig unterstützt (Hypotheken, Kredite, Margin)

Multi-Währung

Ja, umgerechnet in die Basiswährung

Ja, mit separater Währungsrendite-Analyse

Mobiler Zugriff

Native iOS/Android-Apps

Progressive Web App (funktioniert offline)

Steuerunterstützung

Nur Quellensteuer auf Dividenden. Keine Unterstützung für Anschaffungskostenmethoden wie ACB oder FIFO

Kursgewinne mit Durchschnittliche Anschaffungskosten (ACB), FIFO, LIFO, HICO, LOCO, manuelle Lot-Auswahl. Anpassbare Steuerregeln

Optionen-Tracking

Nicht unterstützt

Vollständige Optionsunterstützung (Calls, Puts, Strategien, Griechen) – Captain-Plan

Portfolio-Strategien

Rebalancing, Backtesting, Zielplanung

Grundlegende Allokations-Analyse (mehr folgt)

Preise

Kostenlos bis 24,99 $/Monat

80–130 €/Jahr

Am besten geeignet für

Klassische Portfolios, Fans von Automatisierung

Komplexe Portfolios, hands-on und datenschutzbewusste Anleger

Asset-Abdeckung: das gesamte Vermögen im Blick behalten

Klassische Investments funktionieren auf beiden Plattformen gut

Bei Aktien, ETFs und Anleihen liefern beide Plattformen solide Ergebnisse. Sie tracken Dividenden, verarbeiten Aktiensplits und berechnen Performance-Kennzahlen. Snowball bietet sogar ein „Dividend Rating"-System, mit dem du stabile Einkommensbringer identifizieren kannst.

Der eigentliche Test beginnt, wenn du über klassische Wertpapiere hinausgehst.

Alternative Investments: wo Flexibilität entscheidend ist

Angenommen, du besitzt eine Mietimmobilie in München, die monatlich 2.000 € Mieteinnahmen generiert. In Snowball Analyticskannst du dafür ein benutzerdefiniertes Asset anlegen und dessen Wert manuell aktualisieren. Du kannst die Mieteinnahmen sogar als „Dividenden" erfassen. Damit endet die Flexibilität jedoch. Die Plattform erkennt nicht, dass es sich um eine Immobilie handelt – sie kann sie nicht nach Immobilientyp oder Standort kategorisieren, und Mieteinnahmen werden nicht anders behandelt als Dividenden.


Capitally behandelt Immobilien als vollwertige Asset-Klasse. Du kannst den Immobilienwert, die Mieteinnahmen (klar als solche ausgewiesen, nicht als Dividenden verkleidet) und sogar die zugehörige Hypothek erfassen. Die Plattform versteht, dass Mieteinnahmen sich anders verhalten als Dividenden – was sich auf Einkommensprognosen und Steuerberechnungen auswirkt.

Diese Philosophie erstreckt sich auf weitere alternative Investments. Private-Equity-Beteiligungen, geschlossene Fonds, Kunstsammlungen oder P2P-Kredite – mit Capitally kannst du benutzerdefinierte Kategorien, Regionen und Sektoren für jedes Asset festlegen. Du musst keine eckigen Zapfen in runde Löcher zwängen.

Verbindlichkeiten: die andere Hälfte des Nettovermögens

Hier unterscheiden sich die Plattformen grundlegend. Snowball Analytics erfasst keinerlei Verbindlichkeiten. Wenn du eine Hypothek, Geschäftskredite oder Margin-Schulden hast, bist du für ein vollständiges Bild deines Nettovermögens wieder auf eine Excel-Tabelle angewiesen.

Capitally betrachtet Verbindlichkeiten als festen Bestandteil deiner finanziellen Realität. Die Hypothek von 500.000 € auf deine Mietimmobilie? Erfasse sie direkt neben dem Asset. Nutzt du Margin in deinem Depot? Die Plattform verarbeitet negative Positionen ganz natürlich. Du kannst sogar Kennzahlen wie den Verschuldungsgrad analysieren und sehen, wie der Einsatz von Leverage deine Rendite beeinflusst.

Das ist wichtiger, als du vielleicht denkst. Eine Immobilie im Wert von 800.000 € mit einer Hypothek von 500.000 € trägt 300.000 € zu deinem Nettovermögen bei – nicht 800.000 €. Wer mit Leverage arbeitet oder erhebliche Schulden hat, bekommt mit reiner Asset-Ansicht ein gefährlich unvollständiges Bild.

Mehrwährungsunterstützung und internationales Investieren

Beide Plattformen unterstützen mehrere Währungen, doch der Funktionsumfang unterscheidet sich deutlich. Snowball rechnet alles in deine gewählte Basiswährung um. Einfach und übersichtlich – aber dabei geht ein wichtiges Detail verloren: Wie viel deiner Rendite stammt aus Währungsbewegungen?

Capitally trennt Kapitalrenditen von der Währungsrendite. Diese US-Aktie, die 15 % zugelegt hat? Die Plattform zeigt dir vielleicht, dass 10 % auf die Aktie selbst entfallen und 5 % auf die USD-Aufwertung. Für international investierende Anleger ist diese Aufteilung unschätzbar wertvoll – um die tatsächliche Performance zu verstehen und fundierte Entscheidungen zur Währungsabsicherung zu treffen.

Die Plattformen unterscheiden sich auch in ihrer Währungsflexibilität. Snowball unterstützt gängige nationale Währungen für das Reporting. Capitally geht weiter und unterstützt Tausende von Kryptowährungen sowie benutzerdefinierte Token. Wenn du in Startup-Tokens bezahlt wirst oder exotische Kryptowährungen hältst, kannst du sie ordnungsgemäß erfassen.

Apple Inc. Aktienübersicht mit aktuellem Preis, Kursverlauf-Diagramm, wichtigen Finanzkennzahlen und Datum der nächsten Gewinnveröffentlichung auf einem Finanz-Dashboard.Snowball Asset-SeiteScreenshot des Apple Inc. Aktien-Portfolio-Dashboards mit Performance-Kennzahlen, Dividendentransaktionen und einem Rendite-Vergleichsdiagramm.Capitally Asset-Seite

Datenimport: manuelle Kontrolle vs. Automatisierung

Die automatische Synchronisierung von Snowball klingt verlockend. Verbinde deine Konten einmal, und neue Transaktionen erscheinen automatisch. Für gängige Broker und Banken, die über Yodlee unterstützt werden, funktioniert das leidlich gut – wenngleich der Detailgrad variiert. Manche Verbindungen liefern die vollständige Transaktion Historie, andere zeigen nur aktuelle Salden.

Doch Automatisierung hat ihre Grenzen. Kleinere europäische Broker wie Smartbroker oder Scalable Capital, internationale Konten oder alternative Investmentplattformen werden oft nicht unterstützt. Auch die Qualität der importierten Daten kann für steuerliche Zwecke unzureichend sein – automatische Feeds verpassen manchmal Einstandspreise oder verwechseln Transaktionstypen.

Der manuelle Ansatz von Capitally wirkt zunächst aufwendiger. Du exportierst Kontoauszüge von deinen Brokern und lädst sie auf die Plattform hoch. Doch diese „Einschränkung" wird bei komplexen Portfolios zur Stärke. Jeder große Broker stellt detaillierte Kontoauszüge bereit, und Capitally kann Dutzende davon importieren – Transaktionen, Gebühren und Steuern werden dabei zuverlässig erkannt.

Der benutzerdefinierte Importer der Plattform zeigt sein volles Potenzial bei nicht standardisierten Quellen. Angenommen, dein Private-Equity-Fonds schickt dir vierteljährliche Berichte in einem eigenen Format. In Capitally erstellst du einmalig einen benutzerdefinierten Importer und ordnest die Spalten den entsprechenden Transaktionstypen zu. Im nächsten Quartal lädst du einfach den neuen Kontoauszug hoch – die Plattform merkt sich deine Zuordnung. Versuch das mal mit automatischer Synchronisierung.

Was die Datenqualität betrifft, sind manuelle Importe klar im Vorteil. Broker-Kontoauszüge sind offizielle Belege, die auch für die Steuererklärung geeignet sind. Automatische Feeds? Nicht immer. Wenn die Steuersaison kommt, wirst du es schätzen, verlässliche Quelldaten zu haben.

Screenshot eines Portfolio-Performance-Dashboards mit Wachstumsdiagramm und monatlichem Renditen-Balkendiagramm im Vergleich zum S&P-500-Benchmark.Renditeübersicht von SnowballInvestment-Portfolio-Dashboard mit Renditen, Asset-Allokation und Performance-Diagrammen für Immobilien und Anleihen mit detaillierten Analysen.Rendite-Aufteilung in Capitally

Performance-Analyse und Reporting

Beide Plattformen berechnen wichtige Kennzahlen wie den Money-Weighted Return (MWR) und den Time-Weighted Return (TWR). Beide bieten Asset-Allokations-Ansichten und ein Einkommens-Tracking. Doch Tiefe und Flexibilität unterscheiden sich erheblich.

Snowball bietet zahlreiche vorgefertigte Berichte. Du möchtest deine Dividendeneinnahmen nach Monat sehen? Dafür gibt es einen Bericht. Asset-Allokation nach Sektor? Noch einen Bericht. Diese funktionieren gut für Standardanalysen, lassen sich aber kaum anpassen oder als geänderte Version speichern.

Capitally verfolgt einen anderen Ansatz mit dem sogenannten „Portfolio-Explorer" – stell dir eine Pivot-Tabelle vor, kombiniert mit Charting-Tools und umfangreichen Filterfunktionen. Du möchtest die Performance deiner europäischen Immobilien mit US-Aktien vergleichen, aber nur für Positionen, die länger als zwei Jahre gehalten wurden? Diese Ansicht lässt sich erstellen, speichern und für den Schnellzugriff ins Menü pinnen.

Diese Flexibilität setzt sich beim Benchmarking fort. Snowball ermöglicht den Vergleich mit wichtigen Indizes – je nach Abo mit bis zu drei Benchmarks. Capitally erlaubt jeden beliebigen Vermögenswert als Benchmark – einschließlich benutzerdefinierter Benchmarks oder Teile deines eigenen Portfolios. Du könntest beispielsweise deine aktiv ausgewählten Aktien mit deinen ETF-Positionen vergleichen.

Auch beim steuerlichen Reporting zeigt sich ein grundlegender Unterschied. Snowball erfasst die Quellensteuer auf Dividenden, berechnet aber keine Kursgewinne. Capitally bietet Kursgewinnberechnungen mit anpassbaren Steuerregeln. Du kannst sogar verschiedene Steuerszenarien simulieren, um deine Verkaufsentscheidungen zu optimieren.

Die Dokumentation von Snowball hält ausdrücklich fest: „Keine Unterstützung für Steuer-Lots oder Anschaffungskostenbewertungen (FIFO, ACB)." Das ist eine erhebliche Einschränkung für Anleger, die Kursgewinne präzise berechnen müssen oder häufig handeln und ihre Steuerstrategie optimieren wollen.


Capitally schließt diese Lücke mit umfassender Steuerunterstützung. Es ist eine der wenigen Plattformen, die Durchschnittliche Anschaffungskosten (ACB) tracken – unverzichtbar für kanadische und britische Anleger, die den Section-104-Pooling-Regeln unterliegen. Die Plattform unterstützt mehrere Anschaffungskostenmethoden (FIFO, LIFO, HICO, LOCO, manuelle Lot-Auswahl) und ermöglicht es, Steuerregeln für jede Jurisdiktion individuell anzupassen. Für Anleger in Ländern mit komplexem Steuerrecht entfällt damit die Notwendigkeit, ergänzende Tabellenkalkulationen oder externe Berechnungen zu führen.

Dashboard mit einem Donut-Diagramm und einer Tabelle der Portfolio-Allokationen, Kursgewinne, Werte und Anlagekategorien wie Immobilien, Fonds und Krypto.Kategorie-Allokation in SnowballInvestment-Portfolio-Dashboard mit Marktwert, Renditen, Asset-Allokation nach Kategorie und detaillierten Kennzahlen zur Depot-Performance.Kategorie-Allokation in Capitally

Portfolio-Strategien und Planung

Die Plattformen verfolgen unterschiedliche Ansätze, um dir bei der Umsetzung und Pflege von Anlagestrategien zu helfen. Snowball Analytics bietet strukturiertere Strategie-Tools – du kannst Ziel-Allokationen für Kategorien festlegen, den Rebalancing-Rechner nutzen, um zu bestimmen, was du kaufen oder verkaufen solltest, und sogar verschiedene Asset-Allokationen anhand historischer Daten backtesten. Die Zielplanungsfunktion ermöglicht es, einen Zielwert für dein Portfolio oder ein angestrebtes passives Einkommen festzulegen, und berechnet dann die Wahrscheinlichkeit, dieses Ziel basierend auf deinem Sparplan und den erwarteten Renditen zu erreichen. Besonders nützlich ist das für FIRE-Enthusiasten (Financial Independence, Retire Early), die verschiedene Szenarien durchspielen wollen.


Capitally liegt der Fokus derzeit stärker auf der Analyse als auf der Strategieumsetzung. Du kannst zwar deine aktuelle Allokation in jeder Dimension untersuchen und Ungleichgewichte erkennen, aber es gibt kein integriertes Rebalancing-Tool oder vorgefertigte Strategie-Templates. Dafür zeigt die Flexibilität der Plattform ihre Stärke beim Testen von Ideen – du kannst separate Projekte anlegen, um verschiedene Strategien zu modellieren, ohne dein Haupt-Portfolio zu beeinflussen. Stell es dir als eine Art Sandbox vor, in der du „Was wäre wenn ich anders investiert hätte"-Szenarien ausprobieren kannst. Laut Roadmap sind weitere dedizierte Strategie-Tools in Planung, aber wer bereits jetzt strukturierte Portfolio-Strategiefunktionen sucht, ist bei Snowball besser aufgehoben.

Ist Snowball Analytics sicher? Datenschutz und Sicherheit im Überblick

Wenn du ein bedeutendes Vermögen trackst, ist Sicherheit keine optionale Funktion – sie ist grundlegend.

Snowball Analytics verfolgt einen konventionellen Ansatz. Deine Daten werden bei der Übertragung und Speicherung verschlüsselt, und es gibt eine Zwei-Faktor-Authentifizierung. Es gibt jedoch einen wichtigen Aspekt: Um die automatische Synchronisierung zu aktivieren, teilst du deine Banking-Zugangsdaten mit Yodlee, einem Drittanbieter für Datenaggregation. Das bedeutet, dass deine Login-Daten durch die Systeme eines anderen Unternehmens laufen. Yodlee ist zwar ein etablierter Anbieter im Bereich der Finanzdatenaggregation, aber dieses Setup bedeutet, dass du zwei Unternehmen den Zugang zu deinen Finanzkonten anvertraust.


Capitally hat einen grundlegend anderen Weg gewählt. Die Plattform setzt auf gerätebasierte End-to-End-Verschlüsselung , bei der deine Finanzdaten auf deinem Gerät mit einem Schlüssel verschlüsselt werden, der aus deinem Passwort abgeleitet wird. Dieser Schlüssel verlässt dein Gerät nie. Das Ergebnis: Selbst die Mitarbeiter von Capitally können deine Finanzdaten nicht einsehen. Es ist wie ein persönlicher Tresor, zu dem nur du den Schlüssel hast.

Beide Unternehmen hosten ihre Server in Europa, was den Schutz durch die DSGVO gewährleistet. Der grundlegende Unterschied bleibt jedoch bestehen: Bei Snowballliegen deine entschlüsselten Daten zur Verarbeitung auf deren Servern. Bei Capitally, werden alle Berechnungen auf deinem Gerät durchgeführt.

Für wohlhabende Anleger oder alle, die mit sensiblen Finanzdaten umgehen, ist dieser Unterschied entscheidend. Es ist der Unterschied zwischen dem Vertrauen darauf, dass ein Unternehmen deine Daten schützt, und der mathematischen Unmöglichkeit, dass sie überhaupt darauf zugreifen können.

Nutzererfahrung und Plattformzugang

Snowball bietet native Mobile-Apps neben seiner Web-Plattform. Die Apps sind für die mobile Nutzung optimiert, enthalten aber nicht alle Funktionen der Web-Version. Ideal, um das Portfolio unterwegs im Blick zu behalten.

Capitally setzt auf eine Progressive Web App (PWA). Die gleiche Oberfläche funktioniert auf Desktop und Mobilgerät, und sie lässt sich wie eine native App installieren. Noch wichtiger: Sie funktioniert vollständig offline. Im Flugzeug? Kein Problem – du kannst dein Portfolio trotzdem analysieren. Diese Offline-Fähigkeit ist nicht nur praktisch, sondern auch ein Datenschutzmerkmal: Deine Daten bleiben auf deinem Gerät.

Auch bei der Anpassung der Oberfläche gibt es Unterschiede. Snowball bietet eine übersichtliche, feste Benutzeroberfläche, die leicht zu erlernen ist – auch wenn die Anzahl der Screens recht groß ist. Capitally lässt sich in vieler Hinsicht anpassen: eigene Ansichten erstellen, Menüs ändern, angezeigte Kennzahlen auswählen. Anfangs etwas komplexer, passt es sich im Laufe der Zeit deinem Workflow an – zumal die Anzahl der Screens, die man beherrschen muss, deutlich geringer ist.

Preise und Vergleich des Preis-Leistungs-Verhältnisses

Snowballs gestaffelte Preisstruktur beginnt kostenlos, ist aber stark eingeschränkt – ein Portfolio mit 10 Positionen und begrenztem Funktionsumfang. Die Starter -Stufe (7,99 $/Monat) hebt die meisten Einschränkungen auf, während Investor (14,99 $/Monat) und Expert (24,99 $/Monat) weitere Portfolios und Funktionen bieten. Bei jährlicher Abrechnung gibt es einen Monat gratis.

Capitallys zweistufiges Jahrespreismodell wirkt schlichter. Der Sailor -Plan (8 €/Monat) erlaubt ein Projekt mit bis zu 50 Vermögenswerten – mehr als genug für die meisten Privatanleger. Der Navigator -Plan (13 €/Monat) bietet fünf Projekte mit unbegrenzt vielen Vermögenswerten. Wichtig: beide umfassen alle Funktionen– der einzige Unterschied liegt in den Kapazitätsgrenzen.

Für komplexe Portfolios bietet Capitally oft das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis. Der Navigator-Plan für 130 €/Jahr kostet weniger als Snowballs Expert-Stufe und bietet dabei unbegrenzte Vermögenswerte sowie einen tieferen Funktionsumfang. Wer jedoch automatische Synchronisierung und monatliche Abrechnung bevorzugt, findet in Snowballs Flexibilität möglicherweise eine Rechtfertigung für den höheren Preis.

Wann du Capitally als Snowball Analytics-Alternative wählen solltest

Capitally ist die bessere Wahl für Anleger, die Kontrolle und Datenschutz über Bequemlichkeit stellen. Enthält dein Portfolio einen nennenswerten Anteil an alternativen Vermögenswerten – Immobilien, Private Equity, Kunst oder P2P-Darlehen – macht Capitallys flexible Handhabung von Vermögenswerten es zur klaren Wahl. Gleiches gilt, wenn du mit Hebel investierst oder Verbindlichkeiten erfassen musst, um ein vollständiges Bild deines Nettovermögens zu erhalten.

Die Plattform ist besonders geeignet für technikaffine Anleger, die gerne tief in ihre Daten eintauchen. Der leistungsstarke Portfolio-Explorer belohnt Neugier und fördert Erkenntnisse zutage, die vorgefertigte Berichte möglicherweise übersehen. Auch für die Steueroptimierung bietet Capitally einen Vorteil: die Möglichkeit, verschiedene Szenarien zu modellieren und die Anschaffungskosten korrekt zu erfassen.

Datenschutzbewusste Anleger werden die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zu schätzen wissen. Wer bedeutendes Vermögen verwaltet oder Finanzdaten schlicht privat halten möchte, findet in Capitallys Architektur eine Sicherheit, die herkömmliche Plattformen nicht bieten können.

Wann Snowball Analytics die bessere Wahl sein könnte

Snowball Analytics punktet bei Anlegern, die Bequemlichkeit und Automatisierung in den Vordergrund stellen. Wenn die meisten deiner Vermögenswerte bei gängigen Brokern liegen, die von Yodlee unterstützt werden, spart die automatische Synchronisierung Zeit und stellt sicher, dass du stets aktuelle Daten siehst. Die vorgefertigten Berichte decken gängige Analysebedürfnisse ab, ohne dass eine Anpassung erforderlich ist.

Die Plattform eignet sich besonders für passive Anleger, die auf klassische Vermögenswerte setzen. Wer hauptsächlich Aktien, ETFs und Investmentfonds hält, kommt mit Snowballs geradlinigem Ansatz möglicherweise bestens aus. Die nativen Mobile-Apps bieten zudem ein besseres Erlebnis unterwegs für schnelle Portfolio-Checks.

Für Einsteiger machen Snowballs flachere Lernkurve und der kostenlose Einstieg es zu einem zugänglichen Ausgangspunkt. Du kannst die Plattform mit echten Daten testen, bevor du dich für einen kostenpflichtigen Plan entscheidest.

Das Urteil: Die Wahl nach deiner Anlagephilosophie

Diese Plattformen spiegeln unterschiedliche Anlagephilosophien wider. Snowball Analytics verfolgt den Ansatz „einfach und automatisiert", der für klassische Portfolios gut funktioniert. Verbinde deine Konten, sieh dir die vorgefertigten Berichte an und vertrau dem System, alles auf dem neuesten Stand zu halten.

Capitally verkörpert die Philosophie „leistungsstark und privat". Du behältst die Kontrolle über deine Daten, passt alles an deine Bedürfnisse an und erhältst Möglichkeiten, die automatisierte Plattformen nicht bieten können. Ja, die anfängliche Einrichtung erfordert etwas mehr Aufwand – aber komplexe Portfolios verlangen nach ausgereiften Werkzeugen.

Für Anleger mit vielfältigen Positionen – Mietobjekte, private Fonds und Kunstsammlungen, wie eingangs erwähnt – ist Capitally die stärkere Wahl. Die Fähigkeit, jeden Vermögenswert korrekt zu kategorisieren, zugehörige Einkommensströme zu erfassen und Verbindlichkeiten einzubeziehen, liefert das vollständige Bild, das anspruchsvolle Anleger brauchen.

Der Datenschutz gibt den Ausschlag zugunsten von Capitally. In einer Zeit von Datenlecks und zunehmender Überwachung ist es nicht paranoid, sondern klug, die Kontrolle über seine Finanzdaten selbst zu behalten.

Wenn du deine Investments jedoch hauptsächlich bei gängigen Brokern hast und Automatisierung wichtiger ist als Flexibilität, bietet Snowball Analytics eine solide Lösung. Die automatische Synchronisierung und die ausgefeilten Berichte passen gut zu Anlegern, die es gerne unkompliziert mögen.

Hat dich Capitally überzeugt?